Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wird auf eine am 1. Juni 1858 von dem damaligen Sprachlehrer F.-Booch-Arkossy nach der "Sonne" Einberufene Versammlung zurückgeführt, in der sich aus dem Stammtisch "Rote Laterne" die "Freiwillige Rettungsschar" bildete, etwa 20 Mann stark.
Doch hat wahrscheinlich eine solche freiwillige Feuerwehr schon früher bestanden; denn schon beim Brande des "Goldenen Löwen" (12./13.5.1857, nicht 21.4.56) wollen sich nach eigener Erinnerung einige Mitglieder beteiligt haben. Daher handelt es sich in jener Versammlung um eine "Reorganisation" ähnlich 1861.
Kommandanten der Frei. Rettungsschar:
Booch- Akossy, Fabrikant Otto Zipfel (ab 1859), Turnlehrer Schneider, Fabrikant Eduard Reinhold (ab 1861) Tischlermeister August Steinbach, Privatier Friedrich Anger (10 Jahre), Drucker David Schmidt, Maurermeister Junge, Garnagent Karl Hempel und Webermeister Ernst. Korpsadjudant Herrmann Jahr, der kurz nach ihrer Gründung in die Rettungsschar eingetreten war, starb erst am 11. Sept. 1918; zu seinem Gedächtnis wurde die Hermann-Jahr-Stiftung errichtet.
In den nächsten Jahren wurde am Ausbau des Feuerlöschwesens rege Tätigkeit entwickelt und es bemühte sich der 1859 gewählte Komandant Otto Zipfel (in diesem Jahr fällt auch der Besuch Sr. Maj. König Johanns am 2. Sept. in Meerane) besonders um eine Neugestaltung. 1864 wurde die Turnerlöschschar unter dem Kommando Sigismund Friedrichs gegründet. Am Anfang 1874 wurden auch in den Betrieben Strübell & Müller, Heinrich Schmieder, C.F. Schmieder und Jahr & Heise (später Eduard Reinhold) freiwillige Fabrikfeuerwehren eingerichtet. Vorübergehend wurden auch andere genannt (Bornemann, aufgelöst 1905). Während die drei ersten infolge Stillegung des Betriebes wieder eingegangen sind, blüht die Reinholdsche Feuerwehr; sie feierte am 31.März 1924 ihr 50 jähriges Bestehen.
Am 1. Nov. 1863 trat eine neue Feuerlöschordnung in Kraft, die vier Bezirke bestimmte. Zu den bereits vorhandenen Spritzen kaufte die Stadt 1859 einen Wasserzubringer, der zwei Spritzen auf einmal versorgte, 600 Ellen Schlauch und 500 hänferne Feuereimer, eine Ausgabe von 1450 Thaler.
Am 17. Juli 1850 beschlossen die Stadtverordneten nochmals die Anschaffung von 75 Feuer-Eimern von da ab sollte aber jeder "Neubauer" die Eimer auf eigene Kosten anschaffen. Auszug aus historischen Dokumenten: "26. Juli 1868 Fest der freiwilligen Feuerwehren von hier und den Nachbarstädten. Gegen 1100 Mann Feuerwehrleute eingetroffen, Feuerwehrübung." Noch in der Stadtverordnetenversammlung vom 8.11.1871 wurde über Anschaffung von 5 Handlöschereimern verhandelt; wie lange mögen sie noch benutzt wurden sein?
Feuerlöschdirektor waren Wilhelm Hertzsch; Schönfärber Heinrich Bornemann 1850 u. 51, dessen Stellvertreter 1851 Gastwirt H. Härtel; 1852-58 der Wirt der Sonne, Friedrich August Oehmichten; ab 17.11.58 Advokat Moritz Hermann Walter und 1866, 71 und 86 Gerber Theodor Brumm. Von nun ab wurden städtische Brandmeister bzw. Branddirektoren ernannt, so vom 31.12.1886- 1901 Turnlehrer Fischer, 1901/02 vertretungsweise Richard Knape; von da bis zu seinem Tode (6.Mai 1928) Fabrikant Paul Reinhold, seitdem Architekt Alfred Lehmann.
1884 vereinigten sich Freiw. Rettungsschar und Turnlöschschar unter Führung von Brand-Meister Hempel zu einem Feuerwehrkorps von vier Kompanien: Steiger, Pioniere und Signallisten, zusammen etwa 60 Mann und je etwa 70 Spritzmannschaften.