Feuerlöschgerätebau und erste Maßnahmen zur Bildung eines Feuerlöschcorps

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Die ersten Spuren von Feuerlöschgeräten finden sich in den Archiven im Jahr 1568. Unter den Ausgaben des Jahres 1568 steht: "26 Gr. vor iiij Feuerhaken". Eine Feuerleiter, und zwar von 40 Sprossen, wird erst 1784 ausdrücklich erwähnt, doch dürfen wir wohl die "Stadtleitern" die z.B. 1586 vorkommen, als Feuerleitern auffassen.

Wasserfässer standen an einigen Stellen der Stadt bereit, um auf Schleifen an die Brandstelle gefahren werden. 1603 werden 2 Gr. gebucht "von niederen Wasserfässern Binderlohn". 1605/06 heißen sie die "unteren Wasserbütten" auch werden "4 neue Schleifen zum Wasserbütten" angeschafft. 1569 werden 11 "liderne" Wassereimer gekauft, das Stück zu 9 Gr., nur erfahren wir leider nicht, wer diese Ledereimer hergestellt hat. Die Stange, an der sie im Rathaus hingen, kostete (im Jahre 1604) 6 Groschen.

Eine Spritze muss um 1750 vorhanden gewesen sein, denn 1758 spricht Bürgermeister Maurer von einer "Feuerspritzen Reparatur". 1784 werden 19 Feuereimer "mit Jahreszahl nommern und Buchstaben" versehen; auch wird "ein klein Sturmfaß" zu dem hiesigen Feuergeräte vor 8 Gr. angeschafft. 1786 (RR 1785/86, Bel. 38) ist schon wieder "ein neues Sturmfass zu binden und auf die Schleife zu richten".

Im Jahre 1847

weilte König Friedrich August II. von Sachsen nebst Gemahlin in Meerane. Nebst allerlei Organisationsversuchen und praktischen Versuchsmaßnahmen zum Löschen oder zur Beschränkung von Bränden wurde am 1. Januar 1850 ein städtisches Feuerlöschkorps ins Leben gerufen.

Im Jahre 1850

führte der Stadtrat eine von Carl Albrecht entworfene durchgreifende Neuordnung des Feuerlöschwesens durch, die offenbar erst 1851 von der Kreisdirektion Zwickau genehmigt wurde. Er rief ein Feuerlöschkorps (Pflichtfeuerwehr) mit zwei Kompanien zu je 100 Mann ins Leben, die aus den jüngsten Bürgern (Abt. A) und Mitgliedern der Weberinnung (Abt. B) zusammensetzten.

Schönfärbereibesitzer Joh. Heinr. Bornemann wurde zum Feuerlöschdirektor, und Gastgeber Gottlieb Heinr. Härtel zum Stellvertreter ernannt.

Außerdem waren laut Ratsordnung von 1851 die Handwerker zur Löschhilfe verpflichtet, sie hatten bei Ausbruch eines Brandes Flächen (Hauen mit einem spitzen und einem breitem Ende) Äxte, Hämmer, Zangen und Dittriche mitzubringen.

Das Korps bestand aus Löschschar, Arbeiterschar, Rettungsschar, Wachschar, Reserveschar und Verpflegungsdeputation. Eine besondere Abteilung bildete die Donnerwache, deren Dienst 32 der jüngsten Bürger versehen mussten. (nach dem Regulativ über den Landspritzendienst, hatten die 12 jüngsten Bürger auch die Landspritze zu bedienen). Der Feuerlöschdirektor hielt auf strenge Manneszucht. Zu spät kommen von 1/4 Stunde wurde mit zwei Neugroschen, unentschuldigtes Fehlen mit Strafen von fünf Neugroschen bis fünf Thalern oder mit entsprechenden Gefängnisstrafen gerügt.

Auch wurde Veröffentlichung der Säumigen im Wochenblatt angedroht.

Dass die Einrichtung damals Anklang fand, beweist die Bekanntmachung einer Verfügung der königl. Hauptmannschaft Zwickau vom 20. Juli 1852 im Meeraner Wochenblatt durch die Fürstlich-Schönburgische Gesamt- Kanzlei, wonach der Meeraner Feuerlöschdirektor und sein Stellvertreter als solche auch für die Ortschaften Dittrich, Seiferitz, Götzental, Crotenlaide, Pfaffroda, Cauritz und Schwanefeld ernannt wurden.

26. Juli 1868 Fest der freiwilligen Feuerwehren von hier und den Nachbarstädten. Gegen 1100 Mann Feuerwehrleute eingetroffen, Feuerwehrübung. Noch in der Stadtverordnetenversammlung vom 8.11.1871 wurde über Anschaffung von 5 Handfeuerlöscheimern verhandelt, wie lange mögen sie noch benutzt worden sein? Feuerlöschdirektor waren Wilhelm Hertzsch, Schönfärber Heinrich Bornemann 1850 u. 51, dessen Stellvertreter 1851 Gastwirt H. Härtel, 1852-58 der Wirt der Sonne, Friedrich August Oehmichen, ab 17.11.1858 Advokat Moritz Hermann Walter und 1866, 71 und 86 Gerber Theodor Brumm.

Am 10. November 1849 Brand der Scheune der Bachmannschen (südlichen) Windmühle. Der tatkräftigen Hilfe der gesamten Bevölkerung war es zu danken, dass das Feuer außer auf einige benachbarte Hintergebäude und Scheunen nicht weiter um sich griff.

Leopold berichtet noch von einem starken Feuer, das die Hintergebäude von 4 Häusern am Markte niederlegte. Außerdem hat es 1840-50 mehrmals in "Preßhäusern" gebrannt.

Am 10. Oktober 1854 Feuer bei Klempnermeister Oschatz, Friedrichstraße, das auch zwei Nachbarhäuser (Gebhard, Kroitzsch) ergriff. Beim Löschen drei Personen verunglückt.

Am 21. April 1856 Brand des Goldenen Löwen und des Wohn- und Hinterhauses von Heinrich Schmieder an der Marienstraße 22 und 24.

11. September 1858 Brand der Häuser des Bäckers Walther und Fabrikanten Drechsel, Augustusstraße.

Am 20. August 1865 abends brannte an der Chemnitzer Straße eine Scheune ab. In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober 1865 brannten in der Friedrichstraße zwei Häuser ab. Bei diesem Brande wurde eine fast neue Spritze, die im Spritzenhause am Kirchplatz stand, beim Herabfahren in die Teichgasse umgeworfen und danach unbrauchbar. Das Wasser holte man aus dem Seiferitzbach, der damals noch am Wehr in der Wehrgasse angestaut war.

Am 29. Januar 1866. Am Rotenberge brannten drei Wohnhäuser und zwei Scheunen ab.

Am 7. Dezember 1867 wurde bei einem Brande in der Oberthorgasse bei zwei Häusern der Dachstuhl zerstört. Beim Sturmläuten dieses Feuers ist die kleine Glocke auf dem Kirchturme gesprungen.

Am 31. Juli 1871 vormittags zündete der Blitz in der oberhalb der Steingasse gelegenen Scheunenreihe und brannten 3 Scheunen nieder.

Am 23. August 1871 zündete der Blitz in dem neben dem Jägerhause gelegenen Stadtgute, wodurch eine Scheune abbrannte.

Am 3. März 1885 Brand des Carl Salzbrennerschen Hauses am Rotenberg. Nur mit Mühe wurden die schlafenden Kinder des Appreteurs Safert gerettet. Nach mündlichen Berichte hatte beim Brande ein Polizeidiener gestohlen und daraufhin abgesetzt.

6. September 1886 Brand der Dampfmühle von Ernst Fundmann, Ecke Post- und Leipziger Straße, gegenüber dem Garten des Röhrenmeisters Künstler (jetzt Deutscher Kaiser). Sie wurde nicht wieder aufgebaut.

Am 20. April 1892 ist der Gasthof in Guteborn abgebrannt. In diesem Gebäude befand sich bis zum Jahre 1845 die Posthalterei für die Postexpedition in Schwanefeld.

Ende Februar 1896 brannte in der Augasse ein kleines Wohngebäude ab.

Am 31. März 1896 brannte in der Crimmitschauer Vorstadt ein Seitengebäude mit Tischlerwerkstatt ab.

In der Nacht vom 21. zum 22. Januar 1897 entstand im Kesselhaus der hiesigen Kammgarnspinnerei ein Schadenfeuer, wodurch das Nebengebäude teilweise zerstört wurde. Dies verursachte für die Fabrik eine Betriebsstörung für die Dauer von ca. 3 Wochen.

Am 13. Mai 1897 brannte in der Batky'schen Färberei an der Waldenburger Straße ein Gebäude soweit nieder, daß ein Neubau nötig wurde.

Am 20. November 1898 brannte in der Frank'schen Färberei (Crotenlaider Straße) das Gebäude nieder, in welchem sich die Trockenräume befanden.

Anfang April 1899 brannte in der Oberthorgasse ein Wohngebäude ab, wobei auch zwei Nachbarhäuser beschädigt wurden.

In der Nacht vom 10. zum 11. Dezember 1900 brannte das dreistöckige Hauptgebäude der Firma Brumm nieder. Die Pflichtfeuerwehr erhielt bei diesem Großfeuer ihre "Feuertaufe".

In der Nacht vom 6. zum 7. Mai 1905 brannte der Materialschuppen der Ramiegesellschaft in der Zwirnerei Saxonia nieder. Die Hilfe der Feuerwehr verzögerte sich durch das Versagen des Fernsprechers; doch verhinderte das tatkräftige Eingreifen der Brüder Wagner eine weit schlimmere Ausdehnung des Feuers.

Am 28. Juli 1915 brennt das Dachgeschoss der zweiten Bezirksschule (Lindenschule) nieder, es wird wesentlich schöner als vorher wieder aufgebaut.

In der Nacht vom 19. zum 20. Januar 1916 brennt ein Nebengebäude der Firma Straff & Sohn am Merzenberg nieder. Ebenso in der Nacht vom 1. zum 2. April der Maschinensaal der Schuhfabrik von Gebr. Lichtenstein. Beim zweiten Brande griffen die Mannschaften der hiesigen Garnison wirksam ein.

5. Juni 1919 Brand der Möbeltischlerei von Gustav Groß, Phillippstraße.

25. Oktober 1923 Brand der Musikhalle in Härtels Hotel, welche völlig nieder brannte.

20. August 1926 Brand der Kammgarnspinnerei.