In den früheren Jahrhunderten kam es in Meerane zu vielen Bränden, die teilweise zur völligen Vernichtung der Stadt führten. Dabei spielte die Bauweise der Häuser, die vielfach aus Holz und Lehm errichtet und mit Stroh abgedeckt waren, eine entscheidende Rolle bei der schnellen Brandausbreitung. Den Bränden standen die Bürger oft machtlos gegenüber, da keine organisierte Brandbekämpfung gegeben war und kaum Löschtechnik zur Verfügung stand.
So kam es zum Beispiel 1420 zu einem Brand, der ausgelöst durch einen Blitzschlag in das Rathaus, zur völligen Vernichtung der Stadt führte.
Am 6. Oktober 1557 legte Matthes Zeising, "einer von Jeßnitz", die Seit gen Glauchau im nächsten Haus am Obertore in Brand, und sind damals zehn große Hofstätten mit allen Vorräten vollkommen vernichtet, wurde aber ergriffen und zu Pulver verbrannt.
Am 6. Oktober 1567 brannte durch "Verwahrlosung einer Magd" das Haus des Stadtvogts Kemnitz samt allem Vorrat, Getreide und Vieh ab, außerdem noch andere neun Hofstätten. "1 Scheffel, 3 Sipmas und 1 Viertel Hafer sind damals die abgebrannten Leute dem Rat schuldig geblieben", bemerkte Kemnitz knapp, aber bedeutungsvoll zu diesem Jahre.
Den 5. Mai 1569 brannte Andreas Gräfe im Rainfelde ab mit zehn Hofstätten. Er hatte einen Schafbuben gerauft, der auf seinem Hafer gehütet und nun aus Rache das Feuer angelegt hatte. Der Täter "soll hernach bei Christoph von Carlowitz zu Rothenhause [Rothenhaus nördlich von Komotau] in Böhmen mit [glühenden] Zangen gerissen worden sein".
1603 am 8. Juli schlug der Blitz ins Rathaustürmlein den 29. Juli 1613 nachts 12 Uhr schlug bei Zacharias Moses, dem Böttcher, das Wetter ein, das Feuer wurde aber bald gelöscht.
Den 15. Mai 1616 früh zwischen 3 und 4 Uhr schlug der Blitz in das Schulhaus "oben durch die Feuer Esse herein ... biss unten durch die Stubenbohlen, und von dannen durch den Ofen Topf [die Pfanne] in der Stuben, Thät aber Gott Lob keinen Schaden ...". Tags darauf gegen Abend kam Feuer beim Bader aus, das jedoch bald gelöscht wurde.
1626 wäre durch den Leichtsinn eines betrunkenen Reiters beinahe ein Brand ausgebrochen. Er schoss am 8. Mai ein Gewehr los, das glimmende Papier fiel auf ein Schindeldach am Rathaus und zündelte, die Glut ward aber bald gelöscht. Am 27. Dezember 1642 löste ein feindlicher "einfall" eine schwere Feuersbrunst aus, die wiederum fast die ganze Stadt zerstörte.
1680 ist das [im 30 jährigen Kriege mit abgebrannte] "Rathaus wiederum erbaut und zum Hof für 33 Gülden etwas mehrerer Raum von 3 Nachbarn laut alten Nachrichten, . erbaut und kostet solches 1411 Gülden 13 Gr. 9 1/2, ohne was der innerliche Ausbau nachher betragen. Die alten Stadtmauern sind abgebrochen und dazu genommen worden". Den Turm baute Zimmermann Dörfel aus Glauchau. Der ganze Bau scheint sich über 25 Jahre hingezogen zu haben, denn am 5. August 1705 verkauft die Stadt ein Stück Gemeindeland "zum Fortgang des Rathaus- Baues".
Bald darauf wird auch ein anderes seit dem Kriege wüst liegendes Grundstück wieder bebaut, das des "Wittumshauses", nachdem es am 12. Dezember 1682 - also 40 Jahre nach der Einäscherung der Stadt am 27. Dezember 1642 - in sechs Baustellen eingeteilt worden war. Nur die Kirche und 16 Häuser blieben verschont, als 1724 ein gewaltiges Feuer in der Stadt wütete. 177 Wohnhäuser wurden innerhalb von 2 Stunden in Schutt und Asche gelegt. Das Rathaus ward 1727 wieder aufgebaut
Am 6. Juli 1727 brannte fast ganz Waldenburg nieder, nämlich 150 Häuser der innern Stadt samt Rathaus und geistlichen Gebäuden. Schon zwei Tage danach schicken Meeraner den abgebrannten außer 20 Talern Geld, 122 große Brote, 2 Viertel Bier und 1/2 Scheffel Salz.
Am 11. März 1787, dem Sonntag Oculi, abends um 8 Uhr brach bei dem "Schlösser" Schmidt am Markt Feuer aus, wodurch "binnen 5 Stunden nebst der mit vielen Kosten vorher reparierten Diakonatwohnung, 2 Gasthöfen und dem Bräuhaus 60 Häuser in die Asche gelegt wurden". Nach Leopold, S. 68, brannte die östliche Augustusstra0e bis zum letzten Burghause nieder außer den Nummern 358-67 (von der Augasse bis hinab zur heutigen Nr. 49 einschließlich). Die Brandstifter sollen 3 Ziegelbrenner gewesen sein, unter ihnen ein Brüstel, die aber, ehe sie verurteilt wurden, im Gefängnis starben.
Nach 1787 brannte es kurz nacheinander noch fünf Mal.
Den 1. Juni 1788 brannten "14 Häuser im sogenannten Reinfeldeweg. Es kam in einer Scheune aus, des Nachts gegen 12 Uhr", und am 2. Februar 1789 ebenda, ganz am Ende der Stadt, 3 Häuser "durch Verwahrlosung in einem Brandwein Hause".
Den 1. Oktober 1790 des Nachts gegen 11 Uhr "enstund wiederum ein Feuer im Gasthof zum roten Hirsch, neben dem Rathaus, wodurch das Rathaus beschädigt und 22 Häuser in die Asche gelegt wurden.
Hierbei kam... Fr. Wilh. Häßler, der von einer Wand in Christoph Ernst Egers Hauße erschlagen und erst nach etlichen Stunden unter dem Schutt herfürgebracht wurde, ums Leben, auch wurde ein Essenfeger Geselle von Glauchau eben auf dieser Brandstelle tödlich verwundet." Häßler hatte einem Hilfsbedürftigen beistehen wollen, der Essenkehrer war ins Feuer gefallen, wurde zwar mit Feuerhaken lebendig wieder herausgezogen, war aber "sehr tödlich beschädiget".
Über den nächsten Brand, vom 23. und 24. Dezember 1792, wissen wir nichts Näheres. Den 6. Februar 1793 brannten Haus und Scheune des Meisters Christian Friedrich Räsch mit ab. Die Scheune musste er außerhalb der Stadt wieder aufbauen. Dasselbe gilt vom "Gastwirth zum drey Schwanen".
Joh. Mich. Schmieder
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