Aus der 145jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Meerane

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1857 gründete der Sprachlehrer Booch-Arkossy eine "Freiwillige Rettungsschar", die erste freiwillige Feuerwehr in unserer Stadt.
Bei der am 1. Juli 1858 einberufenen Versammlung in der "Sonne" handelt es sich um eine "Reorganisation" der "Freiwilligen Rettungsschar", die zum damaligen Zeitpunkt aus etwa 20 Mann bestand. Die Ausrüstung der Rettungsschar bestand aus blau-weiß gestreiften Blusen und glanzledernen Mützen, die aus eigenen Mitteln bezahlt werden mußten.

Die Gründung und Entwicklung der FFW Meerane

Im Jahre 1864 wurde die Turnerlöschschar unter dem Kommando von Siegmund Friedrichs gegründet. In vier Betrieben, so beispielsweise in der Firma Juhr und Heise, später Firma Eduard Reinhold, wurden dann 1874 freiwillige Fabrikfeuerwehren gebildet. Seit 1880 gehörte die Feuerwehr zum Feuerwehrverband Zwickau, Glauchau, Werdau und gleichzeitig zum Verband aller sächsischen Feuerwehren. 1884 vereinigten sich die ",Freiwillige Rettungsschar" und die "Turnerlöschschar" unter Führung von Brandmeister Hempel zu einem Feuerwehrkorps mit vier Kompanien. Dazu gehörten die Steiger, die Pioniere und die Signallisten. Das waren zusammen etwa 60 Mann sowie Spritzenmannschaften in einer Stärke von 140 Kameraden und weiterhin die Absperr- und Arbeitskompanie die 80 Kameraden zählte.

Eine Pflichtfeuerwehr wurde im Jahre 1887 in der Stadt neu gebildet. Im gleichen Jahr wurde deshalb die vierte und 12 Jahre später die zweite Kompanie vom freiwilligen Feuerwerkskorps aufgelöst. Die vierte Kompanie wurde 1890 durch die "Reinholdsche" Fabrikfeuerwehr ersetzt.

In der Zeit vom 13. bis zum 15. August 1905 fand in unserer Stadt der 17. Verbandstag der sächsischen Feuerwehren statt, wo ca. 13000 Besucher in Meerane weilten.

1924 erfolgte die Bildung einer Motorkompanie, die gleichzeitig als 2. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr galt. Im Jahr 1929 setzte sich die Freiwillige Feuerwehr Meerane aus 4 Kompanien zusammen, die insgesamt 199 Mann zählten. Außerdem bestand zu dieser Zeit eine Pflichtfeuerwehr in einer Stärke von 400 Mann.

Durch die örtlichen Behörden wurde die Freiwillige Feuerwehr am 5. Februar 1936 als öffentliche Feuerwehr anerkannt. Demzufolge konnten die Pflichtfeuerwehren aufgelöst werden. Infolge der Neuorganisierung bildeten sich aus den bestehenden Kompanien Löschzüge. Gleichzeitig erfolgt die Begrenzung des Dienstalters bis 60 Jahre.
Nach den Jahren des Hitlerfaschismus mit dessen bitteren Hinterlassenschaften galt es auch für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, den Schutz des Verbliebenen und des neu Entstehenden unter erschwerten Bedingungen zu sichern. In der Erkenntnis, dass ihnen jetzt die Früchte ihrer Arbeit, an welchem Platz auch immer, selbst zugute kommen, wurden sie mit den damals ausweglos scheinenden Schwierigkeiten fertig. 1948 wurde die Gemeinde Seiferitz zum Stadtteil von Meerane und deren Gemeindewehr in die Stadtwehr eingegliedert. Die Kameraden des Ortsteiles Seiferitz bildeten damit den 4. Zug der Freiwilligen Feuerwehr Meerane. Nach der Gründung der Republik 1949 traten viele junge Bürger in die Freiwillige Feuerwehr ein. Die sichtbare Vorwärtsentwicklung des jungen Staates löste auch vielfältige Initiativen bei der Lösung der Aufgaben des Brandschutzes in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr aus, die zum damaligen Zeitpunkt noch der Abteilung F des Volkspolizeikreisamtes Glauchau unterstand. Auf der Grundlage neuer gesetzlicher Bestimmungen wurde die Verantwortung für den Brandschutz und damit für die Freiwillige Feuerwehr ab 1956 der örtlichen Volksvertretung übertragen. Mit der Angliederung von Waldsachsen an die Stadt Meerane 1975 wurde die bis dahin in der Gemeinde bestehende örtliche FFW als 5. Zug der Freiwilligen Feuerwehr Meerane angeschlossen. Somit waren die Voraussetzungen für die Bildung von Kommandostellen gegeben. Gegenwärtig sind an der Lösung der Aufgaben im vorbeugenden und tätigen Brandschutz über 140 Angehörige der FFW beteiligt.
Die Wehrleiter der FFW waren von 1949 bis 1952 der Brandinspektor Richard Wilhelm,von 1952 bis 1967 der Brandinspektor Kurt Lehmann, von 1967 bis 1977 der Brandinspektor Harry Kaufmann, von 1977 bis 1981 der Brandinspektor Peter Lenk, ab 1981 ist der Oberbrandmeister Bernd Geidel und von 1990 - 1994 Frank Lenk.
Von 1994 - 2002 war es Heinz Hartmann und seit dem 1.1.2003 ist der gewählte Wehrleiter: Kai Götze.